Dont Starve Together – Ausgezeichnetes Indie-Spiel mit viel Charme

In Zusammenarbeit mit Hotzenplotz

Dont Starve Together ist ein multiplayer-fähiges Steampunk-Wildnis-Survival Spiel, das in der iso Perspektive gespielt wird.

Story

Ganz ähnlich wie in Lewis Carrols “Alice Adventures in Wonderland” oder in “Through the Looking Glass”, wird auch der DST-Spieler in eine fantastische Welt geworfen, die ihm eigenartig fremd und doch irgendwie familiär erscheint. Eine Prise Edgar Ellen Poe hier und da gibt dem Spiel die richtige Würze. DST bietet ingame nicht wirklich eine Geschichte. Das Spiel ist schlicht der permanente Kampf ums Überleben. Das soll aber nicht heißen, dass es keine Geschichte gibt. Sie spielt nur eben keine Rolle:

Once upon a midnight dreary, while I pondered, weak and weary,
Over many a quaint and curious volume of forgotten lore,
While I nodded, nearly napping, suddenly there came a tapping,
As of some one gently rapping, rapping at my chamber door… (E.A.Poe-1845)

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gerät William Carter, ein erfolgloser britischer Bühnenzauberer, auf seiner Reise nach San Francisco an ein magisches Buch. In diesem Buch befindet sich eine seltsame Welt voller fantastischer Pflanzen und Kreaturen. Aber es gibt auch Schattenwesen in dieser Welt, doch das Buch lehrt ihn sie zu beherrschen. Und so wird William Carter ein großer Zauberer. Er schließt sich als Maxwell der Schattenbeschwörer einem Zirkus an und stellt eine Assistentin Namens Charlie ein. Zusammen sind sie ein unschlagbares Team. Die Show wird immer beliebter und Maxwells Talent spricht sich schnell herum. Doch mit der Zeit kann er sich von den Schatten nicht mehr lösen.

Eines unglücklichen Tages werden Charlie und der Zauberer während einer laufenden Bühnenshow von einem bösen Schatten in das Buch hinein gezogen. Charlie wird selbst zu einem Schattenwesen und Maxwell wird an einen Thron gefesselt, von dem aus er über die Welt in dem Buch herrschen soll. Nach zehn Jahren der Einsamkeit in seinem fantastischen Königreich beginnt der König der Schatten aus Langeweile Bühnenkünstler mit einer Schwäche fürs Okkulte in sein Reich zu entführen. Und wenn Wolfgang der Gewichtheber und Wes der Pantomime nicht verhungert sind, dann sitzen sie noch heute ängstlich um ein Lagerfeuer, während Charlie in der Dunkelheit lauert…

Gameplay

Ohne irgendwelche Vorkenntnisse betritt man als Spieler die Welt durch ein Portal. Und das Spiel geht direkt los. Die Attribute des Spielers sind Gesundheit, Hunger und Verstand. Auf dem Boden liegen Sachen herum, die man aufsammeln kann. Aus einem Stock und einem Stein hat man schnell eine provisorische Axt gebaut. Wer schonmal Survival-Spiele gespielt hat, dem ist dieses Prinzip bekannt: Nimm alles mit, was nicht festgenagelt ist. Wer weiß, wozu man es mal brauchen könnte. Es dauert auch nicht lange, bis man die ersten Bienen oder Frösche findet. Die sind nich unbedingt gefährlich, stellt man einigermaßen erleichtert fest und schon bricht die erste Nacht herein. Wer bis jetzt noch nicht gelernt hat ein Feuer zu machen, der wird die Nacht nicht überleben, denn es wird verflucht dunkel da draußen und in der Dunkelheit ist jeder ein leichtes Opfer für Charlie.

Wer stirbt, verwandelt sich in einen Geist, der von einem Mitspieler wiederbelebt werden kann, wenn der über die entsprechenden Ressourcen verfügt. Sterben alle Spieler, ist das Spiel vorbei und der Server muss neu gestartet werden. Speicherpunkte sind nicht vorgesehen (DST kann aber unterbrochen und neu gestartet werden, man muss es also nicht am Stück durchspielen). Es gibt zwar die Möglichkeit auf einem Server einen “Rollback” zu veranlassen, das ist aber eher als Schutz gegen Trolle auf öffentlichen Servern gedacht, nicht um das Spiel endlos in die Länge zu ziehen. Wer versagt, muss von vorne beginnen und das wird oft passieren, sehr sehr oft.

Wer nicht gleich in der ersten Nacht stirbt, kann ein Lager aufbauen und versuchen mit den Nachbarn Bekanntschaft zu schließen. Aber Vorsicht, denn nicht alle Kreaturen sind so nett, wie sie zunächst scheinen. Stück für Stück kann man die Karte erkunden und sich auf die Gefahren der verschiedenen Jahreszeiten vorbereiten – Gefahren gibt es wahrlich viele in diesem Spiel.

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Grafik & Sound

Die Grafiken von DST sind allesamt mit Bleistift gezeichnet und erinnern ein wenig an Tim Burton Filme wie “Beetlejuice”, “Charlie und die Schokolandefabrik”, “Alice im Wunderland” oder “Nightmare Before Christmas”. Der Stil ist eher simpel, aber mit viel Charme ausgestattet. DST ist defintiv ein Gruselspiel mit Humor und das erkennt man am besten an den Zeichnungen und Animationen.

Die Musik ist zurückhaltend und passt gut zum Spiel. Anstatt zu reden, geben auch die Charaktere in DST nur Töne eines Instruments wieder, den Text bekommt man am Bildschirm angezeigt. Eine originelle Idee, die der Indie Schmiede sicherlich viel Arbeit gespart hat und die man keinesfalls als Mangel empfindet.

Kritik

Es gibt soviel Gutes über dieses Spiel zu sagen, dass ich garnicht genug Platz in dieser Rezi finde, um das alles unterzubringen. Dennoch will ich euch ein paar Kritikpunkte nicht vorenthalten:

DST ist an einigen Stellen unnötig umständlich, das gilt besonders für die Menueführung.

Das Spiel liefert wirklich ungemein wenig Informationen darüber, wie es eigentlich funktioniert. Wer überleben will, ist unbedingt darauf angewiesen regelmäßig in einem Wiki nachzuschlagen.

In der Vanilla Version ist DST eine Zumutung. Die Karte beinhaltet kaum Informationen und so müsste man sich im Prizip eine eigene Karte zeichnen, wenn das Spiel keinen Workshop Support hätte. Auch so banale Dinge wie eine hilfreiche Minimap und eine vernünftige Attributwertanzeige sind bei DST nicht unbedingt Standard. Aber man muss aufpassen, dass man es mit den Mods nicht übertreibt, denn nicht immer genau zu wissen wie etwas funktioniert, ist irgendwie auch Teil des Spiels. Und wenn man nicht aufpasst, hat man aus Versehen ein herstellbares Objekt überflüssig gemacht, weil ein Mod die Info schon liefert.

Don’t Starve Together zieht einen nicht automatisch in eine Geschichte rein und so ist und bleibt das Spiel eben, was man daraus macht. Das ist vermutlich nicht jedermanns Sache.

Manchmal ist Don’t Starve Together auch ziemlich frustrierend, besonders wenn man nach 20-30 Spielstunden den Server neu starten muss, weil man aus purer Neugier mal ein wenig zu unvorsichtig war.

http://steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=868219239

Fazit

Don’t Starve Together wird meist solo oder kooperativ gespielt (PVP geht aber auch). Mit ein zwei Freunden kann man bei diesem Spiel so oder so eine Menge Spaß haben. Es ist höllisch schwierig, vor allem wenn man es alleine spielt und keinen Schimmer hat, was man da eigentlich tut. Es ist aber abwechslungsreich genug, um die vielen Neustarts erträglich zu machen.

Mit ein paar Mitspielern ist es kein Problem ein Weilchen länger zu überleben, besonders wenn man jemanden dabei hat, der sich ein bißchen auskennt. DST ist nicht unbedingt ein skill-lastiges Spiel. Ein guter Spieler ist, wer weiß was ihn erwartet und wie man sich am besten darauf vorbereitet. Dennoch sterben auch erfahrene Spieler oft überraschend. Das mag wohl daran liegen, dass das Überleben allein schnell langweilig wird und daran, dass man mit der Zeit neugierig wird oder im schlimmsten Fall auch übermütig.

Besonders positiv fand ich die Updates und Events, mit denen man regelmäßig gefüttert wird. Die kanadische Firma Klei Entertainment versteht es, ihre Spieler bei der Stange zu halten.

Don’t Starve Together ist definitiv in die Liste der Spiele aufgestiegen, die ich immer mal wieder mit großer Begeisterung spiele und so bleibt mir nur zu schlussfolgern: Ausgezeichnetes Indie-Spiel mit viel Charme, Daumen hoch!

 


Dieses Review entstand in Zusammenarbeit mit http://steamcommunity.com/groups/Deutschland-Germany

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