A Blind Legend – Ein Spiel dem man blind vertrauen kann

“A Blind Legend” ist ein im Jahre 2016 erschienenes Action-Adventure, welches lediglich via Audio gespielt wird.

Story

Your eyes will be of no help.
So close them, sharpen your hearing and your blade…
And embark on an epic, perilous rite of passage.

Die Geschichte dieses Abenteuers handelt in einer mittelalterlich geprägten Zeit und erinnert ein wenig an die alten “Richard Löwenherz” oder “Robin Hood”-Filme. Der Blinde Ritter, Edward Blake, kehrt mit seiner Tochter Louise von einem Ausflug zurück in sein Dorf, als dieses plötzlich von Soldaten angegriffen wird. Eben jene Soldaten entführen seine Frau, während Blake und seine Tochter sich in Sicherheit bringen können. (Was soll man als blinder Ritter auch schon gegen eine Übermacht an Soldaten ausrichten, könnte man denken).
Doch Edward beschließt den Soldaten zu folgen und seine Frau zu befreien. Unterstützt von seiner Tochter Louise, die ihm den Weg weist, machen die beiden sich auf in ein ungewisses Abenteuer…

Gameplay

“A Blind Legend” ist sowohl für PC als auch für iOS und Google Play erhältlich. Gespielt wurde in diesem Fall die PC-Version.

Nach dem Start wird man direkt darauf hingewiesen, dass dieses Spiel nur mit Köpfhörern funktioniert. Das ist auch sinnvoll, da es sich bei “A Blind Legend” um ein reines Audio-Adventure handelt. Die anfänglichen Settings, wie bspw. die Sprache oder ob man mit Keyboard oder Gamepad steuern möchte, werden dem Spieler von einer netten Stimme vorgelesen, zum lesen gibt es hier nichts.
Kleines Manko: es kann als Sprache leider nur Französisch oder Englisch ausgewählt werden, eine deutsche Vertonung sucht man leider vergebens.

Die ersten Abschnitte dienen als Tutorial, dem Spieler wird nähergebracht wie er sich bewegt und wie er sich ohne Sehkraft zurechtfindet. Ja, ohne Augenlicht, denn das grafische Spielinterface beschränkt sich auf eine dunkelgraue bis schwarze Wolke, welche aber angenehm dezent dargestellt ist.
Zu Beginn beschränkt sich das Abenteuer auf das zurechtfinden in der Welt anhand von Geräuschen in der Umgebung, die auszutragenden Kämpfe nehmen mit der Schwierigkeit zum Ende des Spiels immer mehr zu. Gerade im Hardcore-Mode ist es nicht unwahrscheinlich, dass man gegen Ende mindestens einmal das Zeitliche segnet.

Da das Spiel allerdings in insgesamt 25 Kapitel untergliedert ist, die auch allesamt nicht allzu lang sind, kann man über die fehlende Speicherfunktion getrost hinwegsehen, da man nach dem Ableben am Anfang des jeweiligen Kapitels wiederbelebt wird. Die Story ist sehr schön mit den Figuren verknüpft, man kann sich sehr schnell mit dem Hauptcharakter identifizieren. Teilweise hätte ich mir etwas mehr Erklärung zu den Bossen gewünscht, aber im großen und ganzen ist die Story in sich rund und abgeschlossen.
Insgesamt beschert dieses Spiel ca. 3-5 Stunden Spielspaß, der völlig von den Standardgames abweicht, aber dazu im Fazit mehr.

Grafik & Sound

Zur Grafik kann man insgesamt so viel sagen: Nicht vorhanden. Aber das ist ja auch so gewünscht und tut dem Spiel keinen Abbruch.
Der Sound allerdings, steht auf einem ganz anderen Blatt. Eine durchgehende Sprachausgabe, innerhalb des Spiels von sehr guten Sprechern vertont. Ausserhalb des Spiels, im Menü, leider eine computergenerierte Stimme, die teilweise durchblicken lässt, dass sie nur Wörter aneinander reiht. Aber im Menü hält man sich ja sowieso recht selten auf, daher wieder zurück zum Game:
Die Umgebungsgeräusche sind liebevoll durchdacht, schließt man bspw. die Augen denkt man nach einer kurzen Zeit tatsächlich, dass man über eine Wiese läuft. Die Kampfgeräusche wiederholen sich allerdings schnell, da hätte es durchaus ein wenig mehr Abwechslung gebrauchen können.
Nicht zu vergessen: Die Musiktitel im Abspann. Treffend gewählt und (meiner Ansicht nach) Qualitativ durchaus hochwertig.

Fazit

Dieses Adventure ist ein richtiges Schmankerl. Da es aus den gängigen Spielegenres ausbricht und etwas neues versucht und das auch noch Top umsetzt. Es ist ein Spiel, welches von Blinden oder Sehbehinderten Menschen ohne Probleme gespielt werden kann. Da man selbst einen Blinden spielt, kann dieses Spiel (ähnliche wie bspw. ein “Dinner in the Dark”) dazu beitragen, dass vollständig sehende Menschen diese Beeinträchtigung besser verstehen oder nachvollziehen können, es hat also auch einen zwischenmenschlichen Aspekt, der vielen Spielen heutzutage abzugehen scheint.

Ein schönes Spiel für zwischendurch, bei dem es aber schwer ist vor dem Ende wieder loszulassen.

 

Der Stammtisch auf Steam

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